Häufige Missverständnisse im Bezug auf Schmerzen .. Teil 1

 

Als Arzt, Therapeut und Trainer - oder einfach als Mensch - wird man immer wieder mit dem Thema Schmerzen konfrontiert. Leider besteht immer noch ein weit verbreitetes, falsches Verständnis von Schmerzen. Dies führt nicht selten dazu, dass Schmerztherapien und –behandlungen nicht den gewünschten Erfolg mit sich bringen. Auch lässt sich, durch ein „falsches“ Schmerzverständnis, in manchen Fällen der Schmerz verschlimmern oder ihn gar erst entstehen.
Daher möchte ich hier einige Missverständnisse zum Thema Schmerzen ausräumen und erklären wie es wirklich läuft.


 

  1. Schmerzen entstehen im Körper!


Die Meisten denken, dass Schmerzen im Körper entstehen und zwar in den häufigsten Fällen dort, wo ein „Problem“ besteht. Somit wird Schmerz als ein „Eingangssignal“ in unser Gehirn definiert.
Leider ist dies nicht der Fall!
Schmerzen entstehen in unserem Gehirn und zwar nur in unserem Gehirn. Um es deutlicher zu sagen: Es gibt keinen Schmerz in Knie, Rücken, Schulter oder sonst irgendwo in unserem Körper!
Ja Moment, aber ich spüre sie doch ganz deutlich an diesen Stellen und evtl. habe ich auch eine Verletzung dort, weswegen die Schmerzen möglicherweise auftreten. Dies ist richtig. Eine gewebliche Veränderung kann unser Gehirn dazu veranlassen, einen Schmerz zu erzeugen. Dieser wird dann gleichzeitig mit der Herkunft der Gewebeveränderung verbunden und somit nehmen wird Schmerzen dann in Knie, Rücken oder Schulter wahr.
Zurück zur allgemeinen Annahme (die leider auch bei vielen Vertretern der medizinischen Berufsgruppen immer noch herrscht) Schmerzen seien ein „Eingangssignal“ in unser Gehirn. In diesem Zusammenhang wird dann auch immer wieder von Schmerzrezeptoren gesprochen. Diese senden ein Signal an unser Gehirn, wodurch dann der Schmerz entsteht. - Leider ebenfalls falsch! – Es gibt keine „Schmerzrezeptoren“. Es gibt verschiedenen Rezeptoren im Körper. Alle sind für die unterschiedlichsten Dinge zuständig (Druck, Temperatur, chemische Veränderungen, usw.). Diese Rezeptoren melden z.B. eine Veränderung im Gewebe. Ist diese Veränderung so „groß“, dass unser Gehirn sie als Gefahr ansieht, ist Schmerz eine mögliche Reaktion darauf, aber es gibt keinen Rezeptor, welcher für Schmerzen zuständig ist oder diese erzeugt.
Unser Gehirn und nur unser Gehirn entscheidet, ob es Schmerzen gibt oder nicht. Somit sind Schmerzen eher als eine Art „Ausgangssignal“ unseres Gehirns zu verstehen. Damit versucht unser Gehirn unsere Handlungen zu beeinflussen, um eventuelle Schäden zu vermeiden oder zu reduzieren.

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