Häufige Missverständnisse im Bezug auf Schmerzen

 

Als Arzt, Therapeut und Trainer - oder einfach als Mensch - wird man immer wieder mit dem Thema Schmerzen konfrontiert. Leider besteht immer noch ein weit verbreitetes, falsches Verständnis von Schmerzen. Dies führt nicht selten dazu, dass Schmerztherapien und –behandlungen nicht den gewünschten Erfolg mit sich bringen. Auch lässt sich, durch ein „falsches“ Schmerzverständnis, in manchen Fällen der Schmerz verschlimmern oder ihn gar erst entstehen.

Daher möchte ich hier einige Missverständnisse zum Thema Schmerzen ausräumen und erklären wie es wirklich läuft.

 

3. Je größer der Schmerz umso schlimmer muss die Verletzung sein!

 

Auch dies ist leider nicht richtig!

Auch hier entscheidet einzig und allein unser Gehirn wie stark wir die Schmerzen empfinden oder ob wir überhaupt welche empfinden. Kommen wir nochmal auf das Beispiel mit unserem Nagel zurück. Der Nagel kann eine sehr schmerzhafte Angelegenheit sein. Allerdings kann unser Gehirn auch der Meinung sein, dass diese Verletzung im Moment gar nicht zu Schmerzen führen muss. Vielleicht wäre ein schmerzender Fuß momentan ungünstig, da wir uns gerade auf der Flucht vor einem gefährlichen Tier befinden oder wir kurz davor sind unseren Marathonlauf zu gewinnen. In solchen Fällen kann unser Gehirn entscheiden, dass der Nagel nicht so gefährlich bzw. etwas anderes (wie der Sieg beim Marathon) in diesem Moment wichtiger ist, um in diesem Augenblick Schmerzen zu verursachen.

Ein anderes Beispiel ist die Tatsache, dass manche Menschen bei gravierenden Verletzungen keinen Schmerz verspüren, bei leichten Verletzungen in anderen Situationen jedoch „enorme“ Schmerzen haben. Der Surfer beschreibt den Hai Biss, als er sein Bein verloren hat, nur als dumpfen Schlag, aber nicht als Schmerz. Für den Klavierspieler ist der Wespenstich im Finger ein extrem schmerzhaftes Erlebnis.

Schmerzen sind somit immer im Zusammenhang zu betrachten und ihre Intensität steht nicht zwangsläufig im direkten Verhältnis zum Ausmaß der Gewebeschädigung (wenn eine solche die Ursache ist).

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